3. September 2016 || 10:55 Uhr

Das Glück der wahren und echten Werte

Es ist weder leicht noch besonders einfach, sich für den Weg der wahren und echten Werte zu entscheiden und ihn dann auch konsequent zu beschreiten. Nicht nur aus materiellen und monetären Gesichtspunkten, sondern – und das ist der mitunter entscheidende Punkt – in seiner grundlegenden, inneren Einstellung.

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Wege der Kontemplation: Der Weg der Selbsterkenntnis ist oftmals steinig und sehr beschwerlich. Ist der Wanderer jedoch auf dem Gipfel angekommen, so sind alle Mühen des Aufstieges Vergangenheit und geraten in Vergessenheit. Sie sind dann zum Ablegen in der Schublade Erfahrung

Zudem beinhaltet das Suchen und das Finden wahrer und echter Werte auch das Entdecken des Selbst, der Demut und des Respektes vor den materiellen und den spirituellen Dingen. Nein, es soll kein rein asketisches Gedankengut zelebriert oder manifestiert, sondern die Ausrichtung aufs Wahre gewagt werden. Es ist mitunter kein leichter Weg, denn auf dem Pfad zu diesem Ort der Erkenntnis wird man auch mit Dingen konfrontiert, welche manchem unbequeme Wahrheiten offenbaren: Dies kann durchaus auch Schmerzen verursachen nach dem Motto: Was schön ist, ist selten wahr und was wahr ist, ist selten schön…

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Nehmen Sie sich Zeit die Schönheiten des Lebens zu erkennen und genießen

Man sollte sich unbedingt eingehend mit sich selbst beschäftigen. Sich Zeit für sich nehmen, um zu sich selber zu finden. In der heutigen Zeit scheint dies ein sehr kostbares Gut zu sein. Dabei: Zeit ist genug da, nur nehmen muss man sie sich…

In die Stille gehen ist mitunter das Schwerste überhaupt – in einer Realität, in der man sich vor lauter (im Sinne des Wortes!) Werbung, Events, Entertainments uvm. fast nicht mehr erwehren kann. Die Dauerberieselung in allen Lebenslagen ist oftmals in seiner letzten Konsequenz vor allem eines: nervtötend penetrant. Man wird den Eindruck nicht los, der Mensch solle an der Stille und der Einkehr zu sich selbst gehindert werden, um ja nicht auf „dumme Gedanken“ zu kommen. Wobei diese „dummen Gedanken“ das Essenzielle und Grundlegende des Menschseins betrifft.

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Orte, die nicht schöner und grandioser sein können. Sie zeigen dem Menschen wie klein er im Vergleich der Gewaltigkeit und Schönheit der Natur doch ist

Bewusstes Denken

Das Einfache, das auf das Wesentliche reduzierte ist es doch, was in der heutigen Zeit auf die Menschen wieder einen erstrebenswerten und reizvollen Charme ausübt. Nicht die Komplexität der Prozesse, die doch auch ihre Daseinsberechtigung in bestimmten Situationen haben und nahezu unverzichtbar geworden sind.

Dieses sich zu den wahren Werten hin orientieren hat absolut nichts mit weltfremder oder nihilistischer Paranoia zu tun, sondern es ist das Wiederentdecken und Leben von alten gebräuchlichen Vorstellungen und Verhaltensmustern. Es ist auch eine Reise in das eigene Leben, auf der man manches oder vieles anfängt zu überdenken.

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Meditative Momente, um zu sich selber zu kommen und das Eigene Ich zu finden

Sein Leben auf das Wesentliche reduzieren, nicht das gierige Erlangen von noch mehr Ansehen, noch teurerer und exklusiverer Bekleidung, nein – das Wiederentdecken des Einfachen scheint durchaus erstrebenswert.

Das muss kein radikaler, nihilistischer Verzicht auf Annehmlichkeiten des täglichen Lebens und eines gewissen Luxus sein. Es genügt der bewusste und werthaltende Konsum, sowie in dessen folgerichtiger Konsequenz auch die Aufwertung – weil Bewusstwerdung – des eigenen Lebens.

Entschleunigen, sich entschleunigen ohne Erwartungshaltung gegenüber anderen und ohne Erwartungsdruck, den man gegenüber sich selbst aufbaut. Wichtig ist zu erkennen, dass einem das Leben nicht geschenkt wurde, um den Interessen anderer zu dienen – oder um besonders viel Geld zu erwirtschaften…

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Ruheoasen wie diese dienen nicht nur zum schnöden „die-Zeit-rumbringen“ – sondern gerade zur inneren Einkehr. Auch wenn der ursprüngliche Zweck mal ein ganz anderer war

Wir werden diese Reihe in lockerer Form im Laufe der Zeit entsprechend ergänzen, immer mit dem Ziel, die wahren und echten Werte heraus zu arbeiten. Dass dies subjektiv eingefärbt ist, versteht sich von selbst. Denn wenn wir uns philosophisch einem Thema nähern, so ist dies immer persönlich geprägt, da man Dinge auf der emotionalen Ebene nicht mathematisch-physikalisch lenken kann. Und das ist auch gut so! Wir wollen Ihnen vielleicht auch zu Denkanstößen verhelfen, den weiteren Lebensweg, das Einkaufsverhalten… zu überdenken, damit Sie ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen. Denn das Leben ist zu kurz und zu wertvoll, um sich mit Nebensächlichkeiten, Banalitäten und Unwichtigkeiten abzugeben. Unsere kafkaeske Welt ist schon genug angefüllt mit Vorgängen und Dingen, die ein des vernünftigen Denkens fähiger Mensch nicht mehr verstehen kann.

Ich möchte Ihnen zum Schluss einen Ausschnitt von Hermann Hesses „In den Felsen – Notizen eines Naturmenschen“ zitieren, geschrieben im April 1907:

„Und während ich höhnte, schalt und zürnte, beschien mich die gütige Sonne, kühlte mich die geduldige Erde, berührte mich der duftende Wind mit tröstendem Wehen. Ich wusste es nicht und fühlte es nicht. Ich musste erst gefallen, gebrochen und gedemütigt sein, ich musste erst meine alte Weisheit und mein altes Gift loswerden und hassen lernen. Mein Magen bedurfte des Hungers, meine Haut der Qualen, mein ganzer Leib des Fiebers, der Schmerz und der Not, damit meine Seele frei und meine Sinne fein und dankbar und tüchtig würden.“

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Das Gleichgewicht der aufeinander liegenden Steine strahlt eine meditative Ruhe aus und ist gleichzeitig ein Symbol für die Vergänglichkeit

 

 

 

 

1 Kommentar

  • hans:riedl says:

    Der Alltag ist ein Märchen

    Ich schwör mich auf ein Märchen ein,
    denn im Märchen sollt nur Gutes sein.
    Doch les ich deutlich, les ich tief,
    so hängt mein Glaube daran schief.

    Der Wolf, der in der kurzen Frist
    die Oma täuscht, sie später frisst.
    Der Schneider, der die Fliegen schlägt.
    Der Riese, der die Häuser trägt.

    Schneewittchen liegt im gläsern Sarg,
    weil sich im Apfel Gift verbarg.
    Die Pechmarie kriegt Pech aufs Haupt,
    weil sie nicht an die Arbeit glaubt.

    Rumpelstilzchen tanzt am Feuer,
    doch dieser Tanz kommt ihm zu teuer.
    Wo ist das Gute in der Sache,
    frag ich die Kinderlein?
    Nur Mord und Totschlag ohne Ende,
    das sollen Märchen sein?

    Da könnt ich Märchen schreiben,
    wie der Alltag sie berichtet.
    Die sind jetzt ganz real,
    sie sind nicht mal gedichtet.

    Man spielt ein bisschen Krieg im Osten,
    das Kinderspiel darf auch was kosten.
    Von dort kommt mancher Flüchtling her.
    Die Welle spült ihn übers Meer.

    Im Hintergrund nur Rätselraten,
    im Splitterhagel der Granaten.
    So manches Ding zum Himmel stinkt.
    Die Gerechtigkeit auf Krücken hinkt.

    Die dies verbrechen so zum Schein,
    schwörn sich auf den Frieden ein.
    Tag für Tag steigt der Verbrauch
    sinkt manches Haus im Pulverrauch.
    Die Waffenlobby freut sich sehr,
    denn täglich braucht man Waffen mehr.

    Da verkörpert einer seine Macht,
    der über andere Völker lacht.
    Er gebietet seine Macht uns allen,
    denn die meisten Länder sind Vasalen.

    Ist es nur ein Märchen oder doch ein böses Spiel?
    Die Welt zu unterjochen, das ist des einen Ziel.
    Land der unbegrenzten Möglichkeiten,
    das war einmal die Masche.
    In der Zwischenzeit hat diese Macht
    uns längst schon in der Tasche.

    Jetzt will ich wieder Märchen spielen.
    Mit Schleuderstein auf Riesen zielen.
    Aufbegehren wie ein Schneider,
    denn Schneider sind wir alle, leider.
    Fesseln ab und hurtig fein,
    ab in die Märchenwelt hinein.

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