3. September 2016 || 11:02 Uhr

Alpen Gemälde

Ich möchte Ihnen heute einen Kunstliebhaber vorstellen, der sich dem Thema Alpen-Gemälde verschrieben hat, was aus unserer Sicht durchaus bemerkenswert ist.

Das Genre Alpen-Gemälde fristet in Sammlerkreisen ein – sagen wir es einmal salopp – etwas stiefmütterliches Dasein. Allzu schnell ist da das Vorurteil vom röhrenden Hirsch und biederer Romantik auf dem Tisch.  Betrachtet man die populäre Online-Plattform ebay und durchforstet diese nach den einschlägigen Sujets.

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Signatur leider nicht deutlich lesbar. Öl auf Hartfaserplatte 61,5 x 42,5 cm

Dieser Kunstsammler suchte sich seine Objekte der Begierde nicht nach dem Gesichtspunkt der möglichen Anlagequelle aus, sondern primär danach, was ihm persönlich gefiel. Da sind zunächst einmal idyllische Berghäuser, Almen, natürlich die Alpen und malerische Motive, wie beispielsweise auf die Leinwand gezauberte Weg- und Waldstücke.

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Andreas Roth 1906 – Lienzer Dolomiten – wahrscheinlich Iselsberg. Öl auf Leinwand 50 x 70 cm

Die gesammelten und an die Wand drapierten Gemälde sind durchaus von Künstlern gemalt, die in der Branche einen nicht unerheblichen Stellenwert genießen und die zu Lebzeiten schon eine gewisse Popularität genossen. Betrachtet man sich die erzielten Auktionsergebnisse in oben bereits erwähnter Online Plattform, so kann man mit Fug und Recht behaupten: Es sind Schnäppchen.

Unser Sammler – der hier unbekannt bleiben möchte – ersteigerte seine Kunstwerke mit Freude über den doch geringen Preis und mit einem gewissen Erstaunen darüber, für welchen Betrag Werke einstmals nicht unbedeutender Künstler heute ersteigert bzw. erstanden werden können. Nämlich für sehr geringe – die den eigentlichen Wert, den diese Bilder eigentlich darstellen, keinesfalls wiederspiegeln.

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Leonore Hiller-Baumann – Karersee in den Dolomiten mit Blick auf den Latermar. Öl auf Leinwand 82 x 100 cm

Doch woran liegt das? Mitunter ist die mafiöse Kunstpolitik daran nicht ganz unschuldig und natürlich die Gesetzmäßigkeit von Angebot und Nachfrage. Was ist ein Kunstwerk wert?

Nichts mag wohl schwerer zu beurteilen sein als diese Frage.

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Ursa Wolf 2001 – Blick vom Brauneck bei Lenggries mit Blick auf den Alpenhauptkamm. Öl auf Leinwand 180 x 60 cm

Ich sage es jetzt einmal ganz profan und die geneigten Leserinnen und Leser mögen jetzt nicht den Stab über mich brechen: Es besteht aus Holz, also dem Rahmen, der Leinwand, dem Papier oder der Hartfaserplatte und der Ölfarbe, wenn es in Öl gemalt wurde. Den Rest meiner Interpretation mögen Sie sich ergänzen. Diese Aussage mag polarisieren, aber denken Sie einmal darüber nach. Traurig aber wahr. Da sitzt ein Künstler Stunden, Tage, vielleicht sogar auch Wochen und Monate vor seiner Staffelei und fertigt ein Meisterwerk mit Pinsel und Farben auf die Leinwand im Schweiße seines Angesichtes. Kunst – und hier im speziellen die Malerei – ist harte Arbeit!

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Franz Krippendorf. Öl auf Leinwand 35 x 45,5 cm

Jahrzehnte oder Jahrhunderte später wird es auf einer Online Plattform angeboten, wo jeder eigentlich nur nach einem Schnäppchen giert, ich formuliere es jetzt ganz brutal, und verramscht wird. Das stellt selbstverständlich nicht die künstlerisch wertvolle Arbeit des Künstlers in Frage, nur es genießt nicht den Stellenwert, den das ein oder andere Werk eigentlich genießen sollte oder müsste. Für einen renditebewussten Sammler kann dies eine durchaus attraktive Form der Geldanlage bedeuten, denn man weiß ja nie, wie sich der Kunstmarkt in absehbarer Zukunft entwickeln wird. Werden in heutiger Zeit Preise für abstrakte Kunst aufgerufen, da kann es einem durchaus schlecht werden. Gesteuert von der bereits oben erwähnten durchaus als mafiös zu bezeichnenden Kunstbranche. Sie maßt sich ein Urteil an, was Kunst sei, und was keine Kunst wäre, was teuer – also gut und brillant – und was in ihren Augen als minderwertig zu gelten hat – insbesondere die Gegenständliche Kunst.

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Sonnenuntergang in den Dolomiten von einem unbekannten Maler vermutlich um 1820/40. Öl auf Leinwand 118,5 x 90,5 cm

Dann hängt da eine Malerei an der Wand und keiner weiß was es sein soll. Hängt ein Bergbild an der Wand, so erkennt dies ein jeder. Aber es gilt in gewissen Kreisen nicht als chic und passt nicht in den gegenwärtigen Mainstream, wo nur das gut ist, was teuer ist, und womit man seinen Rang und den vermeintlichen Status, den man in der Gesellschaft repräsentiert, wiederspiegeln kann.

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J. Miller – Almrausch um 1920/30. Öl auf Leinwand 38 x 48 cm

Da hängen Werke an der Wand die zwischen 10 € (sic!) und ein paar hundert Euro erstanden wurden. Vom selben Künstler wurden ähnliche Bildnisse auf namhaften Kunstauktionen für ein paar tausend Euro versteigert. Wie soll das einer verstehen? Der Schreiber dieser Zeilen versteht es jedenfalls nicht!

Ich durfte die Gemälde des besagten Sammlers bewundern und in digitaler Form abbilden, sowie sogar einen Blick in die Asservatenkammer werfen, wo noch weitere Gemälde darauf warten, an die Wand gehängt zu werden. Denn die Werke werden von Zeit zu Zeit ausgetauscht, um sich an ihrer Schönheit, Anmut und Eleganz zu erfreuen.

Darunter befinden sich Werke von Andreas Roth, Josef Burger, Georg Arnold Graboné, J. Miller, Ursa Wolf, Leonore Hiller-Baumann, Erika Wolf-Rubenzer und weitere, im Internet nicht auffindbare Künstler, sowie unsignierte Werke von nicht weniger wunderbarer Schönheit. Es sind Werke, welche die Schönheit unserer Berge darstellen, aber man sollte nicht vergessen, die Berge sind auch hart, unbarmherzig, gnadenlos und brutal. Diese Synthese ist es gerade, das diese Meisterwerke so unnachahmlich machen. Sie spiegeln Kraft und Mächtigkeit wieder, aber auch die Einfachheit und das natürlich Schlichte.

 

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Josef Burger – Die Sella in den Dolomiten. Öl auf Leinwand 92,5 x 107 cm

Letzten Endes zählt nur das Eine: Das, was einem gefällt und an dem man Freude hat, was einem etwas gibt, zählt mehr als die mögliche Rendite, die so ein Kunstwerk mit sich bringen könnte.

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Georg Arnold-Graboné – Monte Cristallo Massiv mit Piz Popena – Öl auf Leinwand 100 x 80 cm

 

 

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Signatur leider nicht deutlich erkennbar. Öl auf Hartfaserplatte 28,5 x 23,5 cm

Wenn es dann aber so wäre, dass ein Gemälde in absehbarer Zeit in seinem Wert eine deutliche monetäre Steigerung erfahren würde, dann ist es doppelt gut. Wobei: Trennen möchte man sich von seinem Objekt der Begierde dann sowieso nicht mehr. Auf jeden Fall wird es nicht mehr preiswerter.

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Der Königsee von einem nicht bekannten Maler. Öl auf Leinwand 70 x 50 cm

Der hier nicht namentlich erwähnte Sammler hat sich mit seinen ersteigerten, in Kunsthäusern und auf Flohmärkten erstandenen Kunstwerken seine persönliche visuelle Oase geschaffen, die ihn beim Betrachten glücklich macht und die mit keinem Geld der Welt auf zu wiegen ist. Denn Glück kann man nicht kaufen! Aber man kann`s – noch ! – günstig erwerben.

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Erika Wolf-Rubenzer 1968 – „Motiv bei Schloss Möll“. Öl auf Leinwand 79 x 60 cm

 

1 Kommentar

  • hans:riedl says:

    Gott sieht zu
    Der Mensch verdirbt, die Umwelt stirbt.
    Es ist nicht schlimm, noch nicht so krass.
    Gott sieht zu und denkt sich was.

    Fremde stehen vor dem Heim,
    doch man lässt sie nicht hinein.
    Der Mensch verfällt in Fremdenhass.
    Gott sieht zu und denkt sich was.

    Er hat vom Guten sich entfernt
    und aus den Fehlern nichts gelernt.
    Er sündigt ohne Unterlass.
    Gott sieht zu und denkt sich was.

    Der Mensch treibt Raubbau mit der Welt.
    Im Vordergrund steht nur das Geld.
    Auf dem Meerestief, den Bergen hoch.
    Gott sieht zu, wie lange noch?

    Nur Hasten nach dem großen Geld.
    Die Menschheit hat ihr Ziel verfehlt,
    sie hat sich schlicht verrannt.
    Eine Strafe hat Gott eingeplant.

    Nur Kriege und Verbrechen,
    wer soll die Opfer rächen?
    Fortgejagt und massakriert,
    das ist alles schon passiert.
    Gott sieht zu, bald gibt er auf.
    Ein gutes End, er hofft noch drauf.

    Der Mensch in seinem Hochmut,
    greift nun nach den Sternen.
    Von der kranken Erde
    will er sich nun entfernen.
    Er will größer als der Herrgott sein.
    Gott sieht zu, bald greift er ein.

    Man nimmt den Völkern noch das Brot.
    Krieg ist schrecklich, bringt nur Not.
    Der Krieg verschont die Ärmsten nicht.
    Gott schickt schon das Strafgericht

    Der Mensch hat Schuld auf sich geladen.
    Unermesslich ist der Schaden.
    Er hat Blut an seinen Händen.
    Gott wird das Spiel beenden.

    Ob Gott nun wirklich eingreift
    diese Frage bleibt noch offen.
    Doch dass Gerechtigkeit einst siegt,
    das wollen wir doch hoffen.

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