26. Oktober 2016 || 16:00 Uhr

Das alte Lied der Linde – Prophetischer Gesang

Der alten Linde Sang von der kommenden Zeit

Alte Linde bei der heiligen Klamm

Ehrfurchtsvoll betast’ ich deinen Stamm,

Karl den Großen hast du schon gesehn,

Wenn der Größte kommt, wirst du noch stehn.

Dreißig Ellen misst dein breiter Saum,

Aller deutschen Lande ält’ster Baum,

Kriege, Hunger schautest, Seuchennot,

Neues Leben wieder, neuen Tod.

Schon seit langer Zeit dein Stamm ist hohl,

Roß und Reiter bargest einst du wohl,

Bis die Kluft dir sacht mit milder Hand

Breiten Reif um deine Stirne wand.

Bild und Buch nicht schildern deine Kron’,

Alle Äste hast verloren schon

Bis zum letzten Paar, das mächtig zweigt,

Blätter freudig in die Lüfte steigt.

Alte Linde, die du alles weißt,

Teil uns gütig mit von deinem Geist,

Send ins Werden deinen Seherblick

Künde Deutschlands und der Welt Geschick!

Großer Kaiser Karl in Rom geweiht,

Eckstein sollst du bleiben deutscher Zeit,

Hundertsechzig, sieben Jahre Frist,

Deutschland bis ins Mark getroffen ist.

Fremden Völkern front dein Sohn als Knecht,

Tut und lässt, was ihren Sklaven recht,

Grausam hat zerrissen Feindeshand

Eines Blutes, einer Sprache Band.

Zehre, Magen, zehr vom deutschen Saft,

Bis mit einmal endet deine Kraft,

Krankt das Herz, siecht ganzer Körper hin,

Deutschlands Elend ist der Welt Ruin.

Ernten schwinden, doch die Kriege nicht,

Und der Bruder gegen Bruder ficht,

Mit der Sens’ und Schaufel sich bewehrt,

Wenn verloren Flint’ und Schwert.

Arme werden reich des Geldes rasch,

Doch der rasche Reichtum wird zu Asch’,

Ärmer alle mit dem größern Schatz.

Minder Menschen, enger noch der Platz.

Da die Herrscherthrone abgeschafft,

Wird das Herrschen Spiel und Leidenschaft,

Bis der Tag kommt, wo sich glaubt verdammt,

Wer berufen wird zu einem Amt.

Bauer keifert, bis zum Wendetag,

All sein Müh’n ins Wasser nur ein Schlag,

Mahnwort fällt auf Wüstensand,

Hörer findet nur der Unverstand.

Wer die meisten Sünden hat,

Fühlt als Richter sich und höchster Rat,

Raucht das Blut wird wilder nur das Tier,

Raub zur Arbeit wird und Mord zur Gier.

Rom zerhaut wie Vieh die Priesterschar,

Schonet nicht den Greis im Silberhaar,

Über Leichen muss der Höchste fliehn

Und verfolgt von Ort zu Orte ziehn.

Gottverlassen scheint er, ist es nicht,

Felsenfest im Glauben, treu der Pflicht,

Leistet auch in Not er nicht Verzicht,

Bringt den Gottesstreit vors nah’ Gericht.

Winter kommt, drei Tage Finsternis.

Blitz und Donner und der Erde Riß,

Bet’ daheim, verlasse nicht das Haus!

Auch am Fenster schaue nicht den Graus!

Eine Kerze gibt die ganze Zeit allein,

Wofern sie brennen will, dir Schein.

Gift’ger Odem dringt aus Staubesnacht,

Schwarze Seuche, schlimmste Menschenschlacht.

Gleiches allen Erdgebor’nen droht,

Doch die Guten sterben sel’gen Tod.

Viel Getreue bleiben wunderbar

Frei von Atemkrampf und Pestgefahr.

Eine große Stadt der Schlamm verschlingt,

Eine andere mit dem Feuer ringt,

Alle Städte werden totenstill,

Auf dem Wiener Stephansplatz wächst Dill.

Zählst du alle Menschen auf der Welt,

Wirst du finden, daß ein Drittel fehlt,

Was noch übrig, schau in jedes Land,

Hat zur Hälft’ verloren den Verstand.

Wie im Sturm ein steuerloses Schiff,

Preisgegeben einem jeden Riff,

Schwankt herum der Eintags-Herrscherschwarm,

Macht die Bürger ärmer noch als arm.

Denn des Elends einz’ger Hoffnungsstern

Eines bessern Tags ist endlos fern.

„Heiland, sende den du senden musst!“

Tönt es angstvoll aus der Menschen Brust.

Nimmt die Erde plötzlich andern Lauf,

Steigt ein neuer Hoffnungsstern herauf?

„Alles ist verloren!“ hier’s noch klingt,

„Alles ist gerettet“, Wien schon singt.

Ja, von Osten kommt der starke Held,

Ordnung bringend der verwirrten Welt.

Weiße Blumen um das Herz des Herrn,

Seinem Rufe folgt der Wackre gern.

Alle Störer er zu Paaren treibt,

Deutschem Reiche deutsches Recht er schreibt,

Bunter Fremdling, unwillkommner Gast,

Flieh die Flur, die du gepflügt nicht hast.

Gottes Held, ein unzertrennlich Band

Schmiedest du um alles deutsche Land.

Den Verbannten führest du nach Rom,

Große Kaiserweihe schaut ein Dom.

Preis dem einundzwanzigsten Konzil,

Das den Völkern weist ihr höchstes Ziel,

Und durch strengen Lebenssatz verbürgt,

Daß nun reich und arm sich nicht mehr würgt.

Deutscher Nam’, du littest schwer,

Wieder glänzt um dich die alte Ehr’,

Wächst um den verschlung’nen Doppelast,

Dessen Schatten sucht gar mancher Gast.

Dantes und Cervantes welscher Laut

Schon dem deutschen Kinde ist vertraut,

Und am Tiber wie am Ebrostrand

Liegt der braune Freund vom Herrmannsland.

Wenn der engelgleiche Völkerhirt’

Wie Antonius zum Wandrer wird,

Den Verirrten barfuß Predigt hält,

Neuer Frühling lacht der ganzen Welt.

Alle Kirchen einig und vereint,

Einer Herde einz’ger Hirt’ erscheint.

Halbmond mählich weicht dem Kreuze ganz,

Schwarzes Land erstrahlt in Glaubensglanz.

Reiche Ernten schau’ ich jedes Jahr,

Weiser Männer eine große Schar,

Seuch’ und Kriegen ist die Welt entrückt,

Wer die Zeit erlebt, ist hoch beglückt.

Dieses kündet deutschem Mann und Kind

Leidend mit dem Land die alte Lind’,

Daß der Hochmut macht das Maß nicht voll,

Der Gerechte nicht verzweifeln soll!

 

 

Eine wunderschöne Linde, die gut verwurzelt ist und allen Stürmen trotzt

Der alten Linde Lied

Das ‚Lied der Linde‘ ist das Werk eines unbekannten Dichters und prophetischen Sehers.

Es wurde zwischen 1820 und 1830 im Hohlraum des Stammes der uralten und von Sagen und Legenden umwobenen “Linde zu Staffelstein” in Mainfranken gefunden, was zum Namen des Gedichtes führte.

Die Linde steht inzwischen nicht mehr. Sie wurde wegen Einsturzgefahr abgetragen.

Das Gedicht ist wohl eine Schöpfung aus dem Jahre 1783. Es ist aus einer kirchlich geprägten Frömmigkeit heraus geschrieben und die Schauungen der Zukunft sind aus diesem Grunde ebenfalls in einen kirchlichen Rahmen gehörend wiedergegeben worden.

 

Intuitiv gelesen eröffnet uns das Lied der Linde Aspekte unserer Vergangenheit ebenso wie prophetische Voraussagen für die Zukunft und sie aktiviert unser inneres Ahnen-Wissen über die Aufgaben, die wir als deutschsprachige Völker in dieser Zeit haben.

 

arus

2 Kommentare

  • hans:riedl says:

    Gedanken Wirrwarr
    Der Tag ist grau, die Wiese grün,
    noch grüner, als die Sonne schien.
    Der Kirschbaum vor dem Haus,
    schaut weit ins Land hinaus.

    Mein Geist ist hier, mal ist er dort,
    mal fliegt er über Häuser fort.
    Mein Dorf liegt still in der Natur.
    Es stört der Straßenlärm mir nur.

    Mein Dorf, es gibt mir Schutz und Raum.
    Wo anders fühl ich freier kaum.
    Mein Dorf hat rundherum nicht Grenzen.
    Auch keinen Zaun, will ich ergänzen.

    Geh ich mal hin, geh ich mal fort,
    schon bin ich drin im Nachbarort.
    Im Garten drin, die Blumen blühen,
    wo wir darinnen Bohnen ziehen
    und Salat und Gurken in den Beeten.
    Morgen muss ich Unkraut jäten.

    Mein Geist ist hier, mal ist er dort,
    mal fliegt er über Länder fort.
    Mein Land ist herrlich anzuschaun.
    Noch seh ich keinen hohen Zaun,
    doch hat man ihn schon angedacht.
    Ich hab sie alle ausgelacht.

    Sie sollten mal das Elend sehen,
    mal in ein Flüchtlingslager gehen.
    Noch reden sie so kleinkariert,
    weil ihnen nichts passiert.

    Der Reichtum ist uns nur verliehen.
    Wir daraus unseren Nutzen ziehen.
    Wir sollten uns beeilen,
    ein Stück davon zu teilen.

    Mein Geist ist hier, mal ist er dort,
    mal fliegt er in den Äther fort.
    Seh unter mir das Erdenrund.
    Sie gibt von ihren Nöten kund.

    Sie gerät schon aus dem Gleichgewicht.
    An den Polen schon der Eisberg bricht.
    In manchen Teilen Gift und Schmutz.
    Nicht beachtet wird der Artenschutz.

    Veränderung in allen Lagen.
    Wie soll das enden, will ich fragen?
    Die Erde wirkt schon ganz zerschunden.
    Der Mensch schlägt weiterhin ihr Wunden.

    Das Atom beherrscht, die wilde Kraft,
    sie zu beherrschen, man nicht schafft.
    Dieser Umstand macht total verwirrt.
    Mein Geist ist öfters so verirrt.

    Ich fang ihn ein und hol ihn ein.
    Er soll bei mir im Garten sein.
    Bei mir im Garten ist es grün.
    Es steckt auch eine Kraft darin.

    Ich beherrsch sie nicht, doch dient sie mir.
    Die Natur ist doch am schönsten hier.
    Der Geist kann sich an ihr erfreun.
    Hier können sie sich einig sein.

  • Waltraud says:

    Das geht schon sehr ans Herz. Ich bin gerührt. Das in den Medien so etwas schönes geschrieben wird, das erwärmt das Herz.

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